Sonntag, 14. April 2013

Ein kunterbuntes Ostertreiben - Paaspop 2013

Vor zwei Wochen war Ostern - und zugleich der (in)offizielle Auftakt der niederländischen Open-Air-Festivalsaison: Das Paaspop 2013, dem der Autor dieser Zeilen gemeinsam mit zwei Begleitern beiwohnen durfte. Vorweg: leider konnten wir dieses Event aufgrund einer plötzlichen Mageninfektion eines der Teilnehmer nur teilweise geniessen und mussten auf den Sonntag leider verzichten.
Paaspop, Impression (Foto: Achim Raschka, CC-by-sa 3.0, Bildbeschreibung)

Aber was wir geniessen durften, war schon ziemlich klasse. Als Besucher vor allem düsterer und deutlich von der Farbe schwarz geprägter Festivals und Konzerte war ich überwältigt von der Farbenfreude, die auf dem Festivalgelände in Schijndel herrschte - die liebevoll und detailreich gestalteten Aufbauten und Assecoires liessen tatsächlich eher an eine Kirmes oder einen Jahrmarkt denken denn an ein Open-Air-Festival und auch die Bühnen waren witterungsgeschützt in Zirkuszelten untergebracht - insgesamt fand das kulturelle Leben auf 8 Bühnen statt, die thematisch sehr unterschiedlich bespielt wurden.

Zu meinem persönlichen Favouriten unter den Bühnen wurde recht schnell die Restolounge, die zwar nicht die Headliner präsentierte (die spielten auf der großen Apollo-Bühne), jedoch mit einem recht bunten Programm von Ska/Balkan Beats der Berliner Band Rotfront über coole Elektronic Sounds der niederländischen Daily Bread bis zu meinem persönlichen Highlight, der Rockabilly-Show von Liptease and the Backstreet Crackbangers, aufwarten konnte.

Im Apollo reihten sich dagegen die bekanntesten Bands, allen voran die Headliner Skunk Anansie (Skin mit Iro!) sowie am nächsten Tag Blaudzun, Racoon, Will and the People, Caro Emerald und Kane - aufgrund der Fülle der Menschen und den bereits vorhandenen Bildern in der Wikipedia haben wir uns dies jedoch nur teilweise gegeben.

Skin von Skunk Anansie (Foto: Achim Raschka, CC-by-sa 3.0, Bildbeschreibung)

Aber nicht nur im Apollo gab es Superstars. Metal und härterer Rock spielte auf den Paaspop zwar nur eine untergeordnete Rolle - aber die Bands konnten sich sehen lassen. So spielten auf der Phoenix Stage am Samstag vor allem Gojira, Epica und Testament während die Jack Daniel's Stage am Freitag Abend mit John Coffey und am Samstag vor allem mit Anne Soldat und Sólstafir begeistern konnten. Die Thunderbolt Area bot als Ergänzung ein wenig klassischen Hardrock.

Insgesamt drei Zelte wurden vor allem von (in den Niederlanden) bekannten und weniger bekannten DJs und Hip-Hoppern bespielt. Grundsätzlich immer gut gefüllt war dabei das Roxy und für den Fotografen war dies dann doch eher schwierig - eine zuckende Masse, durch die sich nach vorne zu kämpfen vergeblich war, bei schwierigsten Lichtbedingungen - immerhin ein paar Bilder von Black Sun Empire und Brutuzz waren das Ergebnis. Sehr angenehm dagegen der Bavaria Playground: Der DJ stand auf einer Bühne über der Masse und war so vor allem vom Eingang sehr gut zu sehen und abzulichten. Das Stardust dagegen zeichnete sich vor allem bis in den frühen Abend als sehr chillig - und leer - aus. Dies änderte sich mit dem Auftritt von Goose, die eine sehr gute Mischung aus Gitarren und Electronic präsentierten.

DJ Cinnaman (Foto: Achim Raschka, CC-by-sa 3.0, Bildbeschreibung)

Der Vollständigkeit halber sollten natürlich auch die letzten beiden Bühnen nicht unerwähnt bleiben - die Theater Stage und das Loco Royale. Beide Zelte standen abseits vom Hauptfeld und entsprechend selten waren wir in ihrem Einzugsgebiet. Dies hatte auch den Grund, dass das Theaterzelt vor allem niederländische Comedyauftritte brachte (bei denen wir nichts verstanden) und sich das Loco Royale vor allem auf Discoshows und Schlagerparties konzentrierte. Mit Ausnahme des niederländischen Schlagerpartystars Ronnie Ruysdale schauten wir uns dort eigentlich auch nichts wirklich an und auch bei diesem traten wir nach zwei Songs und ein paar Bildern dezent den Rückzug an. Dafür hatten wir dann allerdings noch ein wenig Spaß in der Bowlingbahn The Big Lebowski mit gutem White Russian.

Ronnie Ruysdael (Foto: Achim Raschka, CC-by-sa 3.0, Bildbeschreibung)

Alles in allem ein sehr spannendes und abwechslungsreiches Festival, das ich jedem uneingeschränkt empfehlen kann, der an Ostern Langeweile schiebt - und trotz der gruseligen Kälte dieses Jahr hatten wir ja tatsächlich auch ein paar Sonnenstrahlen.


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